Tomaten

Übersicht

Was sind Tomaten?

Die Tomate ist eine Pflanze, die ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika kommt und heute weltweit als Gemüse angebaut wird. 

Botanisch gesehen gehören Tomaten zu den Nachtschattengewächsen und ihre Früchte sind eigentlich Beeren. Meistens sind die Früchte rot, aber es gibt sie auch in Gelb, Grün oder fast Schwarz sowie in vielen verschiedenen Formen. 

In der Küche sind sie extrem beliebt, da man sie sowohl roh im Salat als auch gekocht in Saucen oder Suppen essen kann. Sie sind sehr gesund, weil sie viele Vitamine und einen speziellen Stoff namens Lycopin enthalten, der den Körper schützt.

Geschichte

Vom Giftapfel zum Welterfolg

Die wilde Urform der Tomate stammt aus der Region der Anden (Peru, Ecuador). Die Azteken in Mexiko kultivierten sie bereits unter dem Namen tomatl

Im 16. Jahrhundert brachten spanische Eroberer die Pflanze nach Europa. Zuerst herrschte jedoch großes Misstrauen: Da viele Nachtschattengewächse giftig sind, hielt man die Tomate für eine reine Zierpflanze oder hielt sie gar für gefährlich. Erst im 18. und 19. Jahrhundert setzte sie sich – beginnend in Italien – als Lebensmittel durch.

Kulinarik

Die Tomate ist das Fundament der mediterranen Diät. Ihre Besonderheit ist der hohe Anteil an Umami, der fünften Geschmacksrichtung (“herzhaft”), die durch natürliche Glutaminsäure entsteht.

  • Vielseitigkeit: Ob frisch als Salat (Caprese), konzentriert als Mark, getrocknet in Öl oder als Basis für Saucen und Ketchup.

  • Sortenvielfalt: Für die Küche unterscheidet man Fleischtomaten (für Saucen), Cherrytomaten (zum Snacken) und Romatomaten (ideal für Sugo).

Heilkunde

Schutzschild für die Zellen

In der Naturheilkunde wird die Tomate vor allem präventiv geschätzt:

  • Antioxidative Wirkung: Das enthaltene Lycopin kann helfen, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken.

  • Stoffwechsel: Aufgrund ihres hohen Wassergehalts (ca. 95 %) wirkt sie entwässernd und unterstützt die Nierenfunktion.

  • Hautschutz: Studien deuten darauf hin, dass die Inhaltsstoffe der Tomate die Haut von innen heraus leicht gegen UV-Strahlung schützen können.

Inhaltsstoffe

Tomaten sind kalorienarm, aber nährstoffreich:

  • Lycopin: Ein Carotinoid und der rote Farbstoff der Tomate. Es wird beim Kochen sogar besser vom Körper aufgenommen als aus rohen Früchten.

  • Vitamine: Besonders reich an Vitamin C (Immunsystem), Vitamin E und Folsäure.

  • Kalium: Wichtig für die Regulierung des Blutdrucks und die Muskelfunktion.

  • Solanin: In grünen, unreifen Stellen ist das schwach giftige Solanin enthalten – diese Stellen sollten vor dem Verzehr entfernt werden.

Anbau - Pflege - Ernte

Tomaten sind beliebte Pflanzen für den Garten oder den Balkon:

  • Anbau: Sie benötigen viel Wärme, Licht und einen windgeschützten Platz.

  • Pflege: Wichtig ist das “Ausgeizen” (Entfernen von Seitentrieben in den Blattachseln), damit die Kraft in die Früchte fließt. Gegossen wird immer nur von unten, da nasse Blätter die Kraut- und Braunfäule fördern.

  • Ernte: Geerntet wird, wenn die Frucht rundherum ausgefärbt ist und auf leichten Druck minimal nachgibt.

Sonstiges

  • Botanisches Rätsel: Botanisch gesehen ist die Tomate eine Beere (Obst), kulinarisch und steuerrechtlich wird sie jedoch fast überall als Gemüse geführt.

  • Lagerung: Tomaten gehören nicht in den Kühlschrank. Dort verlieren sie ihr Aroma und werden mehlig. Sie lagern am besten bei Zimmertemperatur, getrennt von anderem Obst, da sie das Reifegas Ethylen ausstoßen.

  • Größte Vielfalt: Es gibt weltweit schätzungsweise über 10.000 verschiedene Tomatensorten.