Vanillesoße ohne Ei

Eine gute Vanillesoße zeichnet sich durch ihren feinen Vanillegeschmack und eine gleichmäßige, cremige Konsistenz aus. Entscheidend sind die richtige Verarbeitung der Vanilleschote, das sorgfältige Anrühren der Speisestärke und die kontrollierte Temperatur beim Erhitzen.

ZEIT

ca. 20 Minuten

PORTIONEN

4 Personen

HAUPTLERNZIEL

Flüssigkeit mit Stärke abbinden

KATEGORIE

Soßen & Süßspeisen

Heute lernst du

Du lernst, wie Speisestärke richtig angerührt wird und wie du damit eine Flüssigkeit beim Erhitzen bindest. Dabei erfährst du, warum die richtige Temperatur und regelmäßiges Rühren entscheidend für eine glatte Soße sind.

Außerdem lernst du

Eine Vanilleschote fachgerecht verarbeiten

Milch mit echter Vanille aromatisieren

Speisestärke klumpenfrei anrühren

Eine Flüssigkeit unter ständigem Rühren erhitzen

Die gewünschte Konsistenz einer Soße beurteilen

Das brauchst du

Bereite dir Zutaten und Werkzeuge vor, bevor du mit dem Kochen beginnst.

Zutaten

Milchprodukte

500ml

Milch oder Pflanzendrink

Trockenlager

50g

Zucker

20g

Speisestärke

Gewürze

1

Vanilleschote

Werkzeuge

Vorbereitung

kleines Küchenmesser

Schneidebrett

Küchenwaage

Schüsseln

Esslöffel

Messbecher

Schneebesen

Zubereitung

Kochtopf

Kochlöffel

Timer

Rezept erklärt

Du möchtest das Rezept einmal gemeinsam mit mir durchgehen? In diesem Video erkläre ich dir die wichtigsten Arbeitsschritte, Fachbegriffe und Hinweise direkt anhand der Rezeptseite.

Rezept Schritt für Schritt erklärt

Zubereitung

Arbeite dich Schritt für Schritt durch das Rezept. Zusatzwissen kannst du bei Bedarf ausklappen.

01

Äpfel vorbereiten

1 Vanilleschote

Die Vanilleschote auf ein Schneidebrett legen und mit einem kleinen, scharfen Messer der Länge nach aufschneiden.

Anschließend die beiden Hälften vorsichtig auseinanderklappen.

Mit dem Messerrücken das weiche Vanillemark aus dem Inneren der Schote herauskratzen.

Das Vanillemark und die ausgekratzte Schote für die weitere Zubereitung bereithalten.

Die aromatischen Bestandteile der Vanille befinden sich sowohl im Vanillemark als auch in der Schotenhülle.

Durch das Aufschneiden und Auskratzen lässt sich das Vanillemark direkt in der Milch verteilen. Die ausgekratzte Schote kann beim Erwärmen zusätzlich Aroma an die Flüssigkeit abgeben.

Vanille ist ein Gewürz, das aus den fermentierten und getrockneten Kapselfrüchten bestimmter Orchideenarten gewonnen wird.

Einer der wichtigsten Aromastoffe der Vanille ist das Vanillin.

Neben Vanillin enthält echte Vanille zahlreiche weitere Aromastoffe, die zu ihrem charakteristischen Geschmack beitragen.

irf die ausgekratzte Vanilleschote nicht weg.

Du kannst sie beim Erwärmen der Milch mitverwenden und vor dem Binden wieder entfernen.

Auch für die Herstellung von selbst gemachtem Vanillezucker eignen sich ausgekratzte, anschließend vollständig getrocknete Vanilleschoten.

02

Speisestärke anrühren

20g Speisestärke

100ml Milch

Von den insgesamt 500 ml Milch etwa 100 ml in eine kleine Schüssel geben.

Die Speisestärke hinzufügen und mit einem Schneebesen gründlich verrühren, bis eine gleichmäßige, klumpenfreie Mischung entsteht.

Die angerührte Stärke bis zur weiteren Verwendung bereitstellen.

Wird Speisestärke direkt in eine heiße Flüssigkeit gegeben, können sich an der Oberfläche der Stärkepartikel schnell verkleisterte Schichten bilden.

Dadurch entstehen Klumpen, deren Inneres sich nur schwer auflösen lässt.

In kalter Flüssigkeit lässt sich die Stärke dagegen gleichmäßig verteilen, bevor sie beim Erhitzen aufquillt.

Speisestärke wird beispielsweise aus Mais, Kartoffeln oder Weizen gewonnen.

Sie besteht hauptsächlich aus den beiden Stärkebestandteilen Amylose und Amylopektin.

Beim Erhitzen mit ausreichend Wasser quellen die Stärkekörner auf. Dabei verändert sich die Konsistenz der Flüssigkeit und sie wird zunehmend dickflüssiger.

Rühre die Stärkemischung unmittelbar vor der Verwendung noch einmal gründlich durch.

Speisestärke setzt sich in kalter Flüssigkeit nach kurzer Zeit am Boden der Schüssel ab.

03

Milch mit Vanille aromatisieren

400ml Milch

50g Zucker

Vanillemark und Schote

Die restlichen 400 ml Milch in einen Kochtopf geben.

Den Zucker, das ausgekratzte Vanillemark und die Vanilleschote hinzufügen.

Die Milch unter gelegentlichem Rühren langsam erhitzen, bis sie heiß ist und leicht zu dampfen beginnt.

Die Hitze reduzieren und die Vanille einige Minuten in der heißen Milch ziehen lassen.

Anschließend die Vanilleschote entfernen.

Beim langsamen Erwärmen können sich Zucker und Vanillearoma gleichmäßig in der Milch verteilen.

Gleichzeitig lässt sich besser verhindern, dass die Milch am Topfboden ansetzt oder plötzlich stark aufschäumt und überkocht.

Unter Aromatisieren versteht man das gezielte Verfeinern von Lebensmitteln mit geschmacks- und geruchsgebenden Zutaten.

Bei der Vanillesoße werden die Aromastoffe der Vanilleschote durch das Erwärmen an die Milch abgegeben.

Eine solche Aromaübertragung bezeichnet man auch als Ausziehen oder Extrahieren.

Verwende möglichst einen Topf mit einem ausreichend dicken Boden und erhitze die Milch bei mittlerer Hitze.

Rühre besonders am Topfboden regelmäßig um, damit sich dort keine Milchbestandteile festsetzen.

04

Vanillesoße binden

heiße Vanillemilch

angerührte Speisestärke

Die angerührte Speisestärke unmittelbar vor der Verwendung noch einmal gründlich verrühren.

Die heiße Vanillemilch unter ständigem Rühren kurz aufkochen lassen.

Anschließend die Stärkemischung langsam in die heiße Milch einrühren.

Die Soße unter ständigem Rühren erneut aufkochen und etwa eine Minute sanft köcheln lassen, bis die Stärke vollständig verkleistert ist und eine gleichmäßige, cremige Konsistenz entsteht.

Dabei darauf achten, dass die Soße nicht am Topfboden ansetzt.

Beim Erhitzen beginnen die Stärkekörner Wasser aufzunehmen und aufzuquellen.

Durch das regelmäßige Rühren verteilt sich die Stärke gleichmäßig in der Flüssigkeit.

Dadurch entsteht eine glatte Soße und das Risiko von Klumpen oder Anbrennen wird verringert.

Unter Stärkeverkleisterung versteht man die Veränderung von Stärke beim Erhitzen mit Wasser.

Die Stärkekörner nehmen Wasser auf, quellen auf und verlieren zunehmend ihre ursprüngliche Struktur.

Ein Teil der Stärkebestandteile tritt dabei aus den Körnern aus und trägt zur Verdickung der Flüssigkeit bei.

Je nach Stärkeart beginnt dieser Vorgang in unterschiedlichen Temperaturbereichen, häufig ungefähr zwischen 60 und 75 °C.

Für eine vollständige Bindung muss die Stärke ausreichend erhitzt werden.

Gib die Stärkemischung langsam und unter ständigem Rühren zur heißen Milch.

Sollte die Soße zu dick werden, kannst du vorsichtig etwas Milch ergänzen.

Ist sie zu dünn, kannst du eine kleine zusätzliche Menge Speisestärke mit kalter Milch anrühren, hinzufügen und erneut aufkochen.

05

Vanillesoße fertigstellen

gebundene Vanillesoße

Den Topf vom Herd nehmen und die Vanillesoße auf ihre Konsistenz überprüfen.

Die Soße sollte gleichmäßig cremig, glatt und noch gut gießfähig sein.

Anschließend die Vanillesoße probieren und bei Bedarf den Geschmack anpassen.

Die fertige Soße in eine geeignete Kanne oder Soßenschüssel umfüllen und möglichst frisch servieren.

Beim Abkühlen verändert sich die Konsistenz einer mit Stärke gebundenen Soße.

Die Soße wird dabei häufig etwas dickflüssiger, da sich die Stärkebestandteile nach dem Erhitzen teilweise neu anordnen.

Deshalb sollte die Vanillesoße beim heißen Abfüllen noch etwas flüssiger sein als die später gewünschte Servierkonsistenz.

Gebundene Soßen erhalten ihre Konsistenz durch ein Bindemittel.

Zu den häufig verwendeten Bindemitteln gehören:

  • Speisestärke: Bindet Flüssigkeiten durch Stärkeverkleisterung.

  • Mehl: Wird beispielsweise bei einer Mehlschwitze verwendet.

  • Eigelb: Kann Soßen durch die Gerinnung von Proteinen und seine emulgierenden Eigenschaften binden.

  • Reduktion: Flüssigkeit wird eingekocht, wodurch vorhandene Bestandteile konzentriert werden und eine Soße gegebenenfalls dickflüssiger wird.

Bei dieser Vanillesoße erfolgt die Bindung ausschließlich durch Speisestärke.

Serviere die Vanillesoße am besten noch warm zu einem frisch gebackenen Apfel-Crumble.

Wenn du die Soße nicht direkt verwendest, solltest du sie zügig abkühlen und gekühlt aufbewahren.

Beim späteren Erwärmen die Soße vorsichtig erhitzen und regelmäßig umrühren. Bei Bedarf etwas Milch ergänzen, um die gewünschte Konsistenz wiederherzustellen.

Geschafft!

Du hast eine klassische Vanillesoße selbstständig vorbereitet, aromatisiert und mit Speisestärke gebunden.

Dabei hast du folgende Küchentechniken kennengelernt:

Vanilleschote vorbereiten: Eine Vanilleschote aufschneiden und das Vanillemark herauskratzen.

Aromatisieren: Einer Flüssigkeit durch geschmacksgebende Zutaten Aroma verleihen.

Stärke anrühren: Speisestärke in kalter Flüssigkeit klumpenfrei verteilen.

Binden: Eine Flüssigkeit mithilfe von Speisestärke verdicken.

Stärkeverkleisterung: Die Veränderung von Stärke beim Erhitzen mit Wasser verstehen.

Konsistenz prüfen: Die gewünschte Dickflüssigkeit einer Soße beurteilen und gegebenenfalls anpassen.

Diese Techniken kannst du auch für andere süße Soßen, Fruchtsoßen, Puddings und zahlreiche weitere gebundene Zubereitungen verwenden.

Fachwissen vertiefen

„Du möchtest noch tiefer einsteigen? Hier findest du passende Grundlagen und Fachbereiche zum Rezept.“

Mengen & Maßeinheiten

Gramm, Milliliter, EL, TL und Mengen richtig verstehen.

Schneidetechniken

Würfel, Streifen und weitere Formen kennenlernen.

Garverfahren

Anbraten, Rösten, Köcheln und weitere Verfahren verstehen.

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